Kirche im Wandel – die besonderen Herausforderungen unserer Zeit

Eine Kirche, die sich ihrem Auftrag entsprechend an alle Menschen einer Gesellschaft richtet, muss sich zwangsläufig verändern, wenn sich diese Gesellschaft verändern. Sie ist deshalb dauerhaft im Wandel – oder wie Martin Luther es ausdrückte eine Kirche, die immerzu reformiert werden muss.

Für die Rahmenbedingungen, in denen dies geschieht, spielen die gesellschaftlichen Megatrends eine große Rolle. Dazu gehören die allgemeinen Trends wie z.B. demografischer Wandel, Individualisierung, Digitalisierung, politische Entwicklungen oder die Gefahren des Klimawandels – aber auch kirchenspezifische Trends wie Säkularisierung oder Mitglieder- und Kirchensteuerentwicklung sowie Personalmangel.

Die Kirche reagiert darauf wie andere Organisationen auch in der Regel mit Optimierungsversuchen. Allerdings gelingt dies nur bis zu einem gewissen Punkt. Es spricht viel dafür, dass die Kirche sich aktuell ein einer Krise befindet, die nur durch eine radikale Veränderung positiv bewältigbar ist.  Diese muss, weil Kirche Kirche ist, nicht nur strukturell sondern vor allen Dingen auch geistlich-theologisch bedacht und begründet sein. Die regiolokale Kirchenentwicklung mit allen verbundenen Aspekten könnte ein Raster sein, damit solch eine radikale Veränderung sowohl inhaltlich als auch organisatorisch gelingt.

Strategische Drift

In der Organisationsentwicklung spricht man von der Strategischen Drift, wenn die Veränderungen der Umwelt so radikal sind, dass der Modus der Optimierung nicht mehr ausreicht. Dies führt Organisationen in eine Krise, für die es nur zwei Lösungen gibt: entweder den Absturz und die Abkoppelung von der Umwelt – oder eine radikale Veränderung. 

Impulsfragen:

Fällt Ihnen ein Beispiel ein, wo eine Organisation sich aufgrund neuer Rahmenbedingungen radikal verändert hat? 

Und ein Beispiel, wo dies gescheitert ist?