Gemeinde ohne Gebäude – geht das überhaupt?
Eigene Gebäude sind nicht generell notwendig, um Kirche zu sein – sie sind lediglich notwendig, um auf eine bestimmte Weise Kirche zu sein. Daraus folgt, dass auch Kirche und Gemeinde ohne (eigene) Gebäude funktionieren kann.
Natürlich hat der Verzicht auf ein oder mehrere Gebäude Konsequenzen:
- Die Verlässlichkeit und Wiedererkennbarkeit von Angeboten kann darunter leiden, wenn es keinen „festen“ eigenen Ort gibt.
- Es braucht mehr Kommunikation, mehr Flexibilität und die Akzeptanz, in manchen Dingen von anderen Institutionen/Einrichtungen/Personen abhängig zu sein.
Auf der anderen Seite liegen darin jedoch auch Chancen:
- Regionale Konzepte fördern eine bessere Ausnutzung und damit Wirtschaftlichkeit von Gebäuden, wenn Gemeinden z.B. gemeinsam ein Gebäude nutzen.
- Es sind ganz neue Kooperationen möglich – nicht nur in der Ökumene, sondern auch im Zusammenspiel mit Kommune, Vereinen, Gastronomie, Landwirtschaft usw. Dies kann kirchliche Arbeit inhaltlich neu ausrichten und beflügeln.
- Ein Verzicht auf Gebäude fördert den Paradigmenwechsel von der angebotsfixierten „Kirche für die Menschen“ in der Komm-Struktur zur beteiligungsorientierten „Kirche der Menschen“ in der Geh-Struktur.