Für wen wollen wir Kirche sein?
Dem volkskirchliche Anspruch, vollständig offen für alle natürlichen Unterschiede in der Gesellschaft zu sein, wird die Kirche nur selten gerecht. In der Praxis zeigt sich, auch belegt durch entsprechende Studien, dass eine Kirchengemeinde oft nur einen sehr begrenzten Teil der Menschen (oft als Kerngemeinde bezeichnet) erreichen kann.
Eine regiolokal orientierten Kirche ist sich dessen bewusst und versucht durch Zusammenarbeit, Profilierung und Ergänzung in einer großen Breite und Vielfalt für die Menschen da zu sein.
Ausgangspunkt für die konkrete Ausrichtung und Gestalt einer Kirche vor Ort sind dabei nicht primär die Vorlieben der Entscheider, sondern vielmehr die Wünsche der Menschen. Die sogenannte Sozialraumorientierung fragt, was Menschen in einem Sozialraum, einem Quartier, einem Dorf tatsächlich benötigen. Und sie beschäftigt sich damit, welche Rolle und Relevanz Kirche und Diakonie dabei spielen können. Das Ziel ist, für die Menschen da zu sein und ihnen dadurch die Liebe Gottes und damit das Evangelium zu vermitteln. Diese Grundhaltung wird auch als „missional“ bezeichnet und ist zentraler Bestandteil der RLKE.
Für die Beantwortung der Frage „Wie wollen wir vor Ort Kirche sein?“ ist der Blick in den Sozialraum und auf die Menschen in ihren Lebenswelten zwingend notwendig.
Weiterführende Informationen:
Aufbruch Quartier – Impulse für eine kirchliche und diakonische Stärkung der Quartiersarbeit
Fresh X – Neue Vergemeinschaftungformen mit Menschen, die wenig Bezug zur Kirche haben
Tool zur Sozialraumanalyse:
Die Wir&Hier-Toolbox von midi ist ein umfassendes und hervorragendes Hilfsmittel, um sich in einem Gremium mit dem Sozialraum zu beschäftigen.
Zielgruppen – wen haben wir im Blick?