Pfarrdienst, Diakonat und Kirchenmusik – gemeinsam regiolokal arbeiten
Gemeindediakon:innen und Kirchenmusiker:innen sind neben den Pfarrpersonen die kirchlichen Berufe, die Anteil am Verkündigungsauftrag der Kirche haben. Eine Zusammenarbeit der drei Berufsfelder im Bereich der Gemeindepädagogik, der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Gottesdienste ist entscheidend für das, was kirchlich vor Ort und in der Region geschieht.
Sowohl Diakonat als auch Kirchenmusik unterscheiden sich vom Pfarrdienst dadurch, dass regiolokale Arbeit in mehreren Gemeinden schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten zum Alltag in diesen Berufen gehört. Diese Erfahrungen gilt es bei Überlegungen zur RLKE einzubinden um davon zu lernen.
Kirchenmusikalische Arbeit, insbesondere im Zusammenhang mit Chören, findet in vielen Regionen schon lange überparochial statt. Kirchenchöre verschiedener Gemeinden schließen sich zusammen, oft auch aus Mangel an Nachwuchs. Bestimmte Gemeinden bekommen so ein stärkeres kirchenmusikalisches Profil, das jedoch auch Herausforderungenmit sich bringen kann – so zum Beispiel die Frage, wann der Chor in welcher Gemeinde singen „darf“. Chorzusammenschlüsse geben bei Gemeindefusionen oder Verbünden emotionalen Halt und positive Begegnungsfläche. Im Bereich der Popularmusik oder auch Jungbläserausbildung kann die RLKE neue Impulse setzen.
Gemeindediakon:innen arbeiten inzwischen kaum noch in einer einzelnen Gemeinde, sondern vielerorts gibt es Bezirksdiakonate mit Zuständigkeiten in einer ganzen Region. Die Chancen auf Zusammenarbeit und Profilierung erhöhen sich dadurch, da es mit den Hauptamtlichen Bezugspersonen gibt, die Beziehungen in mehrere Gemeinden haben. Auch hier mit der Kehrseite, dass mit unterschiedlichen Ansprüchen umgegangen werden muss.
Für die Zukunft bietet das vertrauensvolle Miteinander auf Augenhöhe der drei verkündigenden Berufe mit einer noch stärkeren Profilierung und Aufgabenverteilung eine große Chance, gemeinsam gute regiolokale Arbeit zu leisten.